Nach dem Umzug einer karitativen Kindertagesstätte mit all seinen Problemen sollte ein Martinsumzug für die Kinder als Entschädigung dienen. Die Leiterin organisierte den Umzug und brauchte natürlich auch einen St. Martin auf einem richtigen Pferd. So wurde ich angesprochen ob ich jemanden kennen würde, der so was macht. Wenn möglich, sehr preisgünstig. Ich fand eine Lösung. Ich spiele den Martin unentgeltlich, und eine Kollegin stellt das Pferd gegen eine Aufwandsentschädigung. Die Leiterin willigte ein. Der Tag kam, und die Vorzeichen zum Martinsumzug an St. Gereon standen anders als gut. Als erstes erhielt ich eine Email, "kann leider nicht kommen, habe einen privaten Termin". So hatte ich für den Abend keinen Fotografen. Auch der Verwandtenkreis und die Freundin sagten mir ab. Ein vorzeitiges Verlassen der Arbeitsstätte war mir auch nicht möglich. Dadurch stand mir ein strammes Programm bevor. Als erstes zur Kita, das liebevoll gebastelte Kostüm anprobieren. Dann kurz nach Hause und entsprechende Bekleidung anziehen, in diesem Fall eine Lederhose aus der Motorradbekleidung. Noch mal kurz zur Dienststelle und dann auf nach Gymnich. Der Kölner Autobahnring ist wie jeden Freitag zu. Also Schleichweg wählen zum Kreuz Köln-West und dann auf der Autobahn nach Gymnich. Das Wetter verschlechtert sich zunehmend. Ich finde mich zur Schnupperreiterstunde in Gymnich ein, und gebe dem Pferd erstmal eine große Portion Streicheleinheiten. Das Pferd wird verschönert und gesattelt. Auf das Pferd bzw. auf den Sattel komme ich gut. Ein festhalten am Lenker wie am Motorrad gibt es nicht. Ein komisches Gefühl, aber er klappt mit der Schnupperstunde. Herunter gefallen bin ich nicht. Das Pferd wird verladen, und dann nach Köln. Vor Ort ziehe ich die Martinsbekleidung an und setze mich auf das Ross. Pferd und Reiter werden mit 2 kleinen Runden aufgewärmt. Dann kommen die Kinder mit ihren Eltern aus der Kirche und es geht dann los. Dunkle Wolken stehen am Himmel, bleiben aber geschlossen. Der liebe Gott hat wohl ein Einsehen. Wir drehen unsere Runde und finden uns wieder an der Kirche ein. Dort verweilen wir einige Zeit, damit die Kinder das Pferd und mich bestaunen können. Die Kinder schauen mich mit leuchtenden Augen an. Dann steige ich vom Pferd ab. Die Leiterin wartet schon auf mich. Dann beginne ich mit der Verteilung der Weckmänner (Hefeteigmänner). Immer wieder heißt es, "ich möchte den St. Martin sehen". Wegen der großen Freude der Kinder entschließe ich mich spontan dazu, für nächstes Jahr dieses zu wiederholen. Eine Erkundigung am nächsten Tag wie es dem Pferd geht, in Verbindung mit der Überreichung eines "Leckerchen", fiel wegen des schlechten Wetter aus. Wird aber bei einer nächsten Motorradtour nachgeholt. Das Pferd hatte die Aktion, die für das Pferd neu, souverän gemeistert.

 

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St. Martin 2007

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